Wer bin ich und wenn ja, was mache ich hier eigentlich?

Texter, Schreiberling, Tintensklave, Autor, Schöpfer, Verfasser, Erschaffer, Künstler, Urheber, Wortakrobat, Content-Ersteller, Copywriter, Digital Storyteller …

„Wenn mich jemand fragt, was du machst, weiß ich immer gar nicht, was ich antworten soll“, so brachte es eines schönen Tages meine Mutter auf den Punkt. Und ganz ehrlich – oft weiß ich das auch nicht. „Sag einfach, ich bin Texterin“, antwortete ich – auch wenn ich im selben Moment das Gefühl hatte, mit diesem schlichten Ausdruck nicht dem gerecht zu werden, womit ich mein täglich Brot verdiene. „Ja, und was machst du da jetzt so? Ich dachte, du schreibst für das Internet.“ „Ich schreibe nicht für das Internet. Ich schreibe für Kunden. Ganz unterschiedliche Sachen – Werbetexte…“ „Ach! Werbung!“, rief meine Mutter erleichtert aus und ich ließ es dabei bewenden.

Es gibt viele Tage, an denen ich mir wünsche, ich wäre Feuerwehrmann geworden – oder etwas ähnlich Eindeutiges, womit jeder Mensch sofort eine klare Vorstellung verbindet. So habe ich stets das Gefühl, ich muss zu meiner Berufsbezeichnung immer noch eine Erklärung dazu liefern. Im klassischen Sinne ist ein Texter tatsächlich ein Werbetexter, doch hat der Beruf gerade in den letzten Jahren eine deutlich größere Bandbreite bekommen. So schreibe ich nicht nur Werbetexte, ich schreibe auch Blogartikel, Lexikonartikel, Ratgebertexte und ich habe sogar schon Texte für Museumsausstellungen verfasst. Manche Aufträge sind kreativ, andere erfordern eher handwerkliches Geschick. Ich habe meine Spezialthemen und über diese schreibe ich in unterschiedlichen Bereichen.

Texterin – die Berufsezeichnung hat inzwischen zudem für viele einen negativen Tatsch. Erst neulich las ich einen Artikel von einem Texter über den Job eines Texters, in dem vorgeschlagen wurde, man solle sich für ein besseres Image und um sich von der breiten Masse abzuheben lieber unter einer anderen Berufsbezeichnung auf den Markt werfen. Texter – das klingt für viele billig, nach zwei Cent pro Wort, nach Lehramtsstudent, der sich etwas dazu verdient. Am schlimmsten ist es, wenn man selbständig unterwegs ist und sein Büro zu Hause hat – wohl vor allem als Frau, denn dann geht gleich die Schublade „Hausfrau mit Hobby, das ein bisschen was abwirft“ auf. „Oh, das ist ja praktisch, da kannst du ja ganz viel nebenher erledigen.“ Nein, denn ich nehme meine Arbeit ernst. Gerade weil ich nicht für zwei Cent pro Wort schreibe. Ich sitze an jedem Wochentag fünf bis sechs Stunden am Schreibtisch, ich räume nicht die Spülmaschine aus, während ich Kundengespräche führe, und ich wasche auch nicht die Wäsche, während ich mir eine sinnvolle Struktur für ein eBook zurechtlege. Und wenn das Kind krank ist, dann ist das Kind krank und ein Arbeitstag geht flöten, der am Wochenende nachgeholt wird.

Das klingt jetzt vielleicht frustriert – doch das bin ich nicht. Im Gegenteil. Ich liebe meine Arbeit. Und wenn mir jemand die Zeit lässt, genau zu erklären, was ich als Texterin eigentlich so mache, dann wird er das auch schnell merken. Denn für mich ist der Beruf des Texters der schönste der Welt. Ich kann das tun, was ich am liebsten mag – mit Worten jonglieren, Worte finden, Worte strukturieren, kurz: schreiben – in jeder Form, zu unterschiedlichen Themen und auf unterschiedlichste Art und Weise. Und ich habe immer wieder Kontakt zu neuen tollen Menschen, die Unterstützung für ihre großartigen Ideen brauchen, jemanden, der diese Ideen für sie in Worte fasst, auf den Punkt bringt oder anderen schmackhaft macht. Gerade weil mir das, was ich tue, so große Freude bereitet und ich mir bewusst bin, welch ein Luxus es ist, eine Arbeit zu haben, die Spaß macht, wünschte ich mir, ich könnte meinen Beruf nennen, ohne so oft in Erklärungsnot zu geraten.

Darum rufe ich hier einfach einmal in die Welt hinaus: Ich bin Texterin!

Und was das im Detail bedeutet, ist nach und nach hier auf meinem Blog zu erfahren.